Passive Aufklärungssensorik liefert die Datenbasis für verdeckte Lokalisierung und Verfolgung mobiler selbststrahlender Ziele, wie etwa Bordradargeräte oder Kommunikationssender. Passive Aufklärungssysteme zur Emitterlokalisierung und Verfolgung, bei denen der eigene Aufklärungsprozess verborgen bleibt, gelangen vor allem im Spannungsfall oder im Vorfeld offener Konflikte zum Einsatz und bilden insbesondere ein wichtiges Hilfsmittel für polizeiliche Observationen.
Passive Aufklärung kann sowohl durch autonom operierende Einzelsensoren als auch durch vernetzte dislozierte Sensoren geleistet werden. Beide Varianten sind für die Praxis von Bedeutung. Einzelsensoren sind relevant, wenn Kommunikation zwischen unterschiedlichen Sensorplattformen unerwünscht ist (zum Beispiel bei getauchten U-Booten oder unbemannt operierenden Aufklärungsdrohnen), sobald autonome Waffensysteme eingesetzt werden oder wenn Netze aus technischen Gründen nur schwer realisierbar sind. Zudem sind Einzelsensoren einfacher einzusetzen und erfordern einen weitaus geringeren militärischen Organisationsaufwand. In anderen Fällen versprechen Netze aus mehreren und gegebenenfalls mobilen Empfängern zahlreiche Vorteile. Bei der Fusion der Daten eines Netzverbundes sind unterschiedliche Architekturen und Lösungsalternativen denkbar, die systematisch im Hinblick auf den erforderlichen Aufwand und die erzielbare Aufklärungsleistung miteinander verglichen werden müssen. Für militärische Anwendungen ist insbesondere die präzise Verfolgung manövrierender Objekte (Kampfflugzeuge, Missiles, UAS, sendende Fahrzeuge) relevant.