Geschichte des FKIE
Das FKIE hat drei Vorgängerinstitute, aus denen es im Jahre 1999 durch Zusammenlegung hervorgegangen ist: Das Forschungsinstitut für Funk und Mathematik (FFM), das Forschungsinstitut für Anthropotechnik (FAT) und das Institut für Fernmeldetechnik und Elektronik (IFE).
Ältestes Institut war das FFM, das im Jahre 1963 aus zwei Arbeitsgruppen der Berliner Forschungseinrichtungen HMI und HHI entstanden ist und wegen der besonderen Situation Berlins und des wehrtechnischen Forschungsgegenstandes im Jahre 1965 nach Wachtberg-Werthhoven verlegt wurde. Aufgabenstellung bei Gründung war, die Luftraumüberwachung für die Belange der Bundeswehr zu „digitalisieren“, und zwar sowohl für den Sensorbereich – hier Radar – als auch für die weiterführende Sensordatenverarbeitung (tracking) und die Flugplanung. 1965 wurde das Spektrum der Arbeiten um Forschungsarbeiten zur Gestaltung von Führungssystemen (command and control) erweitert. Das Spektrum der Arbeiten kann man durch die Abteilungsbezeichnungen beschreiben, wie sie bis zur Eingliederung in das FKIE Bestand hatten: Rechner und Führungssysteme, Sensordatenverarbeitung und Steuerungsverfahren, Rechnerstrukturen und Programmierverfahren. In der Abteilung Elektronik des FFM waren alle Arbeiten zur System- und Verfahrensentwicklung für Gruppenantennen angesiedelt. Diese Abteilung bildet heute gemeinsam mit dem ehemaligen FHP (Forschungsinstitut für Hochfrequenzphysik) das FHR.
Das FAT entstand 1969 aus einer Arbeitgruppe der TU Berlin, die sich mit Flugführungsfragen und Flugsimulation befasste, und wurde – nach einer provisorischen Unterbringung in Meckenheim – ebenfalls in Wachtberg angesiedelt. Das Aufgabenspektrum wurde auf alle Fragen zu „human factors“ für die Bundeswehr erweitert.
Das IFE wurde 1975 zur Bearbeitung von Fragen der Fernmeldeaufklärung gebildet. In Zeiten des Kalten Krieges kam dieser Art der Aufklärung eine besondere Bedeutung zu. Die Aufgabe des Institutes unterschied sich im Charakter von den übrigen FGAN-Instituten (indiziert durch den Verzicht auf die Bezeichnung „Forschungsinstitut“): Es überwogen projektbezogene Arbeiten wie die Erstellung von Konzepten für die mobile und die ortsfeste Funkaufklärung, die Erstellung von anwendungsnahen Funktionsmustern sowie Untersuchungen zu Fragen des Plattformselbstschutzes von Kampfflugzeugen. Nach der Wende wurde dieser Teil der Arbeiten reduziert und mit Eingliederung in das FKIE auf FGAN-typische Forschungsarbeit umgestellt.
Zum Ende des Jahres 2009 ist die Integration des FKIE in die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. vorgesehen.